Gute und weniger gute Ansätze in der Nutzungsplanungrevision

Fr 11.07.14

Gotzenwil: Die Grünen sind hocherfreut, dass dieser letzte und wichtige Planungsschritt nun  erfolgen kann: Nachdem der Entscheid vom Kanton schon länger gefällt war soll Gotzenwil nun definitiv mit einer BZO-Revision Landwirtschafts- und Erholungszone bleiben. Der lange Einsatz über viele Jahre hat sich gelohnt. Die „Staumauern“ am Rand von Oberseen haben hoffentlich dem letzen die Einsicht abgerungen, dass es so nicht weitergehen kann. Verdichtung und höhere Nutzung muss im bestehenden Siedlungsraum und nach innen stattfinden, dort wo der städtische Charakter bereits besteht. Mit kompakterer Bauweise und genügend dazwischen liegenden Freiräumen kann auch im urbanen Raum die „Gartenstadt“ Winterthur erhalten und weiter gepflegt werden (hierzu ist im Gemeinderat, mit unserer Unterstützung, auch eine Motion eingereicht worden). Genügend Platz für die Natur und landwirtschaftliche Freiräume rund um die Stadt herum sind für die Lebensqualität in Winterthur aber mindestens so wichtige Faktoren. Die Grüngürtel dürfen nicht weiter angetastet werden!

Einkaufszentren, bzw. Gebiete mit stark verkehrserzeugenden Nutzungen sollen künftig nur noch bei den Autobahnanschlüssen mehr möglich sein. Das ist einerseits erfreulich, weil damit die innerstädtischen Areale vom privaten, motorisierten Einkaufsverkehr entlastet werden können. Es ist andererseits aber auch bedenklich, weil auf diese Weise weiterhin die automobile Gesellschaft zementiert und gefördert wird. Sollen denn städtische, autofreie Haushalte (unterdessen schon gegen 40%!)  zum komfortablen Einkaufen an die Peripherie zu den Autobahnen „pilgern"? Das ist grundsätzlich der falsche Ansatz und widerspricht auch den Zielen der 2000Watt Gesellschaft. Es müsste  vielmehr darum gehen, Einkaufsgebiete in der Innenstadt so zu erschliessen, dass auch deren motorisierte Verkehrsanteile auf umweltfreundlichere Verkehrsträger verlagert werden können: auf Velo, Bahn und Bus oder gar zu Fuss. Unseres Erachtens existieren heute genügend periphere Einkaufsmöglichkeiten, es braucht keine weitere „Förderung“ dazu.

Es müsste im Gegenteil dafür gesorgt werden dass die Einkaufsgebiete in der Innenstadt weniger mit dem Auto angefahren werden. Konkret: Bessere Bewirtschaftung der vorhandenen Parkplätze, mittelfristige Reduktion deren Anzahl und Schaffen von Umsteigepunkten in der Region, so dass auch von jenen Orten die keinen guten ÖV-Anschluss haben, möglichst umweltfreundlich in der Stadt eingekauft werden kann (letzteres ist von uns via Anträge an die regionale und kantonale Richtplanung eingebracht worden). Der richtige Ansatz wäre also die Festlegung, Einkaufzentren  grundsätzlich nur noch dort zu bauen, wo die Anbindung an die umweltfreundlichen Verkehrsmittel optimal ist und gleichzeitig deren Anzahl Parkplätze für den motorisierten Individualverkehr geeignet zu beschränken (hierzu ist eine Regelung in der noch zu verabschiedenden, neuen Parkplatzverordnung geeignet).