Überparteiliche Volksinitiative «Stiftung für bezahlbaren Wohn– und Gewerberaum»

Di 15.11.11

Erschwinglicher Wohnraum und bezahlbare Gewerberäume sind auch in Winterthur kaum mehr zu finden. Um Abhilfe zu schaffen sind alle Akteure gefordert: die Liegenschaftenverwaltungen, die Genossenschaften, die privaten Investoren, die Bauwirtschaft und die Stadt. Mit der Volksinitiative «Stiftung für bezahlbaren Wohn– und Gewerberaum» soll die Stadt ein neues Instrument schaffen, um aktiver handeln zu können.

Die SP, die EVP und die Grünen haben deshalb folgende Initiative lanciert:
«Die Unterzeichnenden fordern, dass die Stadt eine Stiftung oder eine andere geeignete Trägerschaft errichtet mit dem Zweck, in der Stadt Winterthur den nicht renditeorientierten Bau von Wohnungen und Gewerberäumen zu fördern. Die Stiftung soll – auch in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Wohnbauträgern – Liegenschaften erwerben und diese nach dem Grundsatz der Kostenmiete zur Verfügung stellen. Die Stiftung orientiert sich dabei auch an ökologischen Kriterien wie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die Stiftung soll mit einem Grundkapital von mindestens SFr. 10 Mio. ausgestattet werden. Ein vom Gemeinderat zu beschliessender Erlass soll das Nähere regeln.»

In Winterthur muss Wohnen für alle möglich und erschwinglich sein. Die Studie der ZHAW im Auftrag der Arbeitsgruppe Günstiger Wohnen / Notplätze, Winterthur belegt, dass Einzelpersonen mit kleinem Einkommen und Alleinerziehende oftmals keine Wohnung finden. Betroffen sind aber auch die Normalverdiener und der Mittelstand: Die Wohnkosten sind bereits heute der grösste Posten in einem Haushaltsbudget. Immer mehr Winterthurerinnen und Winterthurer haben Schwierigkeiten eine Wohnung zu finden, welche für sie finanziell tragbar ist.
Die Preise und der Anteil Eigentumswohnungen sowie die Mietpreise beeinflussen auch die Zusammensetzung der Bevölkerung in den Quartieren. Eine gute Durchmischung ist jedoch Voraussetzung für eine funktionierende und lebenswerte Stadt. Der Wohnqualität – eine der Stärken Winterthurs im Standortwettbewerb – ist in Gefahr.

Insbesondere das produzierende Gewerbe hat zunehmend Schwierigkeiten bezahlbare Räume zu finden. Eine Überbauung mit Eigentumswohnungen wirft eine grössere Rendite ab, als eine Werkstatt, ein Atelier oder eine Produktionshalle.

Die Stadt Winterthur soll sich deshalb zum Ziel setzen, preiswerten Wohn- und Gewerberaum zu erhalten und zu schaffen. Das eingesetzte Stiftungs-Kapital soll dazu verwendet werden, Wohn- und Gewerberäume mit erschwinglichen Mietzinse zu erhalten und zu schaffen.

Die Stiftung soll Liegenschaften und Bauland erwerben und dabei auch schneller handeln können als die Stadt oder die Genossenschaften. Sie soll diese Liegenschaften dann selbst KMUs oder Wohnungsmietern nach dem Prinzip der Kostenmiete zur Verfügung stellen. Sie soll sie aber auch an gemeinnützigen Wohnbauträger weiterverkaufen können oder diesen im Baurecht abgeben.

Weitere Infos erhalten sie bei den Mitgliedern des Initiativkomitees:
Martin Geilinger Grüne, 079 258 57 00
Yvonne Beutler Rohrer, SP, 079 241 72 06
Barbara Günthard Fitze, EVP, 079 627 55 65


15. November 2011, Grüne Winterthur