Auf dem Boden der Realität bleiben

Mi 20.04.16

Gewisse Medien und rechte Parteien versuchen aus der Beteiligung von Stadtwerk an der "Wärme Frauenfeld AG", das Engagement von Stadtwerk und Stadtrat Matthias Gfeller bezüglich Projekten für erneuerbare Energie einmal mehr  schlecht zu reden. Bleiben wir auf dem Boden der Realität und schauen wir genau hin, was in diesem, sogenannt so brisanten Bericht vom Mai 2015 wirklich geschrieben steht. Da heisst es z.B. "Aus Sicht der Stadtrates (von Frauenfeld) ist das Projekt zukunftsgerichtet und sinnvoll" und "die Geschwindigkeit und Zunahme von Anschlüssen an den Verbund ist unterschätzt worden, was zu einer angespannten Liquidität führte". Es geht weder um ein eigentliches Risiko-Projekt, noch ist die Technologie in irgend einer Weise ein Problem. Es handelt sich lediglich um eine für solche Projekte typische Situation, dass zu Beginn eine finanzielle Durststrecke überwunden werden muss. Das eine Projekt ist etwas mehr betroffen, das andere etwas weniger.

Niemand konnte vor einigen Jahren vorhersagen, dass der Öl- und Gaspreis so lange so tief bleibt. Das verdanken wir zu grossen Teilen den Ölscheichs in Saudiarabien. Seit Jahren fahren sie unerbittlich die Politik der Überflutung des Marktes mit ihrem (noch) billigem Erdöl. Da der Gaspreis mehr oder weniger an den Ölpreis gekoppelt ist, bleibt auch hier der Spielraum klein. Wir können auch weiterhin auf fossile und atomare Energien setzen, nur wird uns das nichts nützen. Das böse Erwachen wird umso stärker werden. Bei den AKW's wird das immer deutlicher sichtbar: Weder der sichere Betrieb noch die Entsorgung kann von den Betreibern sichergestelt werden, und finanziell wird die Decke auch immer dünner. Genau deshalb sollten wir antizyklich handeln und weder den Energiebaronen im nahen Osten oder Russland noch den AKW-Betreibern hierzulande gutes Geld nachwerfen.

Investieren wir es gescheiter in Projekte zur erneuerbaren Energiegewinnung. Ist uns die Zukunft unserer Enkel nichts mehr wert?

 

Reto Diener, Präsident Grüne Winterthur (Leserbrief an den Landboten)