Aufhebung der Strom- und Gasprodukte Grau (Postulatsantwort und Medienmitteilung)

Sa 28.09.19

Die Grünen Winterthur sind sehr erfreut, dass der Stadtrat die Anliegen des Klimaschutzes ernst nimmt und nun auch bei den Strom- und Gas-Produkten von Stadtwerk eine weitere Ökologisierung anstrebt. Es ist ein kleiner Schritt in die Richtung einer CO2-Neutralität, der allerdings noch in keiner Weise genügt. Immerhin die Richtung stimmt. Für die Grünen war schon länger klar (deshalb haben wir auch das Postulat der GLP nicht unterstützt), dass dies nicht ohne Mehrkosten gehen wird. Mehrkosten, die entweder die Kundschaft mit den Gebühren oder der Steuerzahler tragen muss.

Das Postulat der GLP verlangte eigentlich eine Ökologisierung ohne Kostenfolge (für die Bezüger der Produkte). Was einfach nicht möglich ist, es wäre die Quadratur des Zirkels und würde zusätzlich jene kompromittieren, welche teilweise schon viel länger die teureren, ökologischen Produkte kaufen.

Deshalb hatten wir das Postulat nicht unterstützt und sind nun auch erfreut, dass dieses Ansinnen vom Stadtrat nicht aufgenommen wurde. Die beiden Beschlüsse des Stadtrates sind richtig und konsequent. Ihnen müssen in naher Zukunft noch weitere folgen. Insbesondere bei den Gasprodukten sind die Herausforderungen sehr gross. Die CO2-Kompensationen können höchstens als zweitbeste und Übergangslösung betrachtet werden. Sie zeigen klar auf, dass nicht genügend ökologische Gasprodukte auf dem Markt verfügbar sind und deshalb zum 'Ablasshandel' gegriffen wird, was eben genau auch für die Traglufthalle geplant ist. Geht nicht. Entweder es können echt erneuerbare Gasprodukte zu bezahlbaren Preisen in das Netz eingespiesen werden oder die Angebote müssen mittel- bis langfristig heruntergefahren werden, was die Grünen bereits mit einem anderen Postulat (19-015) eingefordert haben. Wir sind auf die Antworten darauf gespannt. Ob die nationale Politik hinreichend lenkende Abgaben auf CO2-belasteten Energieträgern einführt (auch der aktuelle Beschluss des Ständerates ist hier viel zu zahm) steht noch immer völlig in den Sternen. Bis dahin kommen wir nicht darum herum, auch auf der Angebotsseite weitere Massnahmen umzusetzen.

 

Reto Diener