Dezidiert gegen Erschliessungsstrasse Neuhegi sowie Ausbau der A1

Mo 29.09.14

Teilrevision der kantonalen Verkehrsrichtplanung: Einwendung der Grünen Winterthur

Die Grünen Winterthur lehnen die geplanten zusätzliche MIV-Schleusen ab, sowohl jene nach Osten/Norden wie auch jene nach Süden/Westen.

Wir fordern den Verzicht auf die beiden Eintragungen: Die Erschliessungsstrasse Neuhegi wie auch der Ausbau der A1 (zwischen Baltenswil und Töss) auf 8 Spuren sind verkehrstechnisch unnötig, umweltpolitisch kontraproduktiv und finanziell nicht tragbar.
 

Zentrumserschliessung Neuhegi-Grüze

  1. Die geplante HVS Verbindung führt in den oberirdischen Abschnitten durch teilweise sehr sensibles Erholungsgebiet (Hegmatten) und schafft neben der bisherigen HVS Frauenfelderstrasse einen zweiten unakzeptablen Riegel zwischen den Hegmatten und den Wohngebieten westlich der Frauenfelderstrasse.
  2. Die Strasse zementiert eine falsche Verkehrspolitik indem sie übermässig belastenden Autoverkehr statt effizienteren öffentlichen und Langsamverkehr fördert.
  3. Bei alternativem Ausbau der öffentlichen Verkehrsverbindungen in Richtung Osten und  Norden sowie gleichzeitig ausgebautem Park+Ride Angebot am Stadtrand genügt die bisherige HVS Frauenfelderstrasse/Seenerstrasse auch künftig. Staus in den HVZ sind auch nach einem erfolgten Ausbau aufgrund zusätzlichem Verkehr erneut zu erwarten.
  4. Der Bericht zur Planungszone Neuhegi zeigt unmissverständlich auf, dass eine deutliche Modalsplitverschiebung zugunsten öffentlichem und Langsamverkehr notwendig sein wird. Ansonsten alle Transportkapazitäten (gerade auch für Stadt- und Regionalbus) im entsprechenden Perimeter kollabieren werden. Das Gesamtsystem verträgt keinerlei zusätzlichen, privaten motorisierten Verkehr mehr.
  5. Neuhegi wird durch drei vollwertige S-Bahnhöfe von allen Seiten erschlossen. Hier sind die Potentiale längst nicht ausgeschöpft. Vorher eine neue Strasse zu planen oder gar in den Ausbau zu investieren ist am falschen Ort geplant, bzw. Geld ausgegeben.


Ausbau A1, Baltenswil-Töss

  1. Der Ausbau schafft Kapazitätssteigerungen die in kürzester Zeit durch Mehrverkehr wieder aufgefüllt werden, was nur erneut einen Ausbau fordern wird.
  2. Die Strasse zementiert eine falsche Verkehrspolitik indem sie übermässig belastenden Autoverkehr statt effizienteren öffentlichen und Langsamverkehr fördert.
  3. Die Aufrüstungsspirale ist zu durchbrechen indem stattdessen effizientere Verkehrssysteme gefördert werden (z.B. Bahn und Bus). So ist vielmehr erst der Brüttemer-Tunnel zu bauen, bevor weitere Autobahnausbauten geplant werden. Bahn (Grobverteilung) und Bus (Feinverteilung) können wesentlich mehr Personen pro benötigtem Raum und Infrastrukturfranken transportieren. Erst sind diese Mittel voll auszuschöpfen. Insbesondere im Pendlerverkehr, welcher hier zu den bekannten Engpässen auf der A1 führt, ist das Potential anderer, wesentlich effizienterer Transportsysteme gemäss allen Fachleuten längst nicht ausgeschöpft.
  4. Paralleler Ausbau beider System (Strasse und Schiene) ist finanzpolitische nicht verkraftbar und mittel bis langfristig ein ökologischer Boomerang.

 

Winterthur, 29. September 2014, Reto Diener, Präsident Grüne Winterthur