Die Rechnung ohne die Jahreszeiten gemacht

Sa 10.12.16

Die Ablehnung der Stadtregierung zum Projekt einer, vor allem die Umgebung heizenden Winterhalle über dem Freibad Geiselweid sei nicht nachvollziehbar, schreibt Herr Enz vom Trägerverein der Initiative. Der Landbote doppelt nach und taxiert die kantonalen Energievorschriften als fragwürdig. Nun, so einfach lässt sich das Problem nicht vom Tisch wischen. Und es ist eines. Wollen sie denn zusätzlich zum Geisi, und nur deswegen, tief im Boden drin, dutzende weitere unterirdische Schwimmbäder bauen, welche die überschüssige Energie der KVA vom Sommer in den Winter hinüberretten?

Sie haben beide die Rechnung ohne die Jahreszeiten gemacht. Nach den vielen Diskussionen um Klimaerwärmung,  fossile Energien und einem Ersatz mit erneuerbaren Energien (um den wir nicht herumkommen) sollte es dem letzten klar geworden sein, dass die Herausforderung eben präzis da liegt: Im Sommer haben wir eher zu viel, im Winter eher zu wenig davon. Die Milchbüchleinrechnung von Herrn Enz funktioniert deshalb genau nicht. Die Traglufthalle muss insbesondere im Winter intensiv beheizt werden und da haben wir von der KVA kaum etwas übrig. Für das Geisi müsste eine konventionelle Energiequelle angezapft werden oder es müssten gigantische Energiespeicher gebaut werden. Ist halt schon etwas widersinnig, nur für ein Schwimmbad.

Zumindest würde die neue Halle alle anderen Wärmebezüger des Verbundes massiv konkurrenzieren und das geht eben zu Recht genau deshalb nicht, weil es dafür weder eine örtliche noch eine zeitliche Notwendigkeit gibt. Wir hören von fast denselben Kreisen immer wieder, wir müssten mit dem Geld haushälterischer umgehen und bekommen im Jahresrythmus Sparpakte aufgetischt. Und bezüglich Energie? Kein Musikgehör? Ich hätte dazu einen interessanten Sparvorschlag: Wenn alle Befürworter des Projektes ihre Wohnungen auf nur noch 18° heizen, gäbe es vielleicht noch etwas Luft, äh übrige Energie für das Geisidach...

 

Reto Diener, Leserbrief im Landboten vom 10. Dez. 2016