Erdgas als Wärmelieferant ist keine Alternative zum Erdöl

Mi 01.02.12

Es ist unvernünftig und langfristig von wenig Nutzen, im grossen Stil Heizöl durch Erdgas zu ersetzen. Dafür sollte besser die Strategie „mitteltiefe Geothermie mit Kleinwärmeverbünden“ verfolgt werden. Weiterhin sind die Möglichkeiten saisonaler Wäremespeicherung nicht hinreichend geprüft worden.

Die Grünen begrüssen es aus umweltpolitischen Gründen sehr, den aus 1998 stammenden kommunalen Energieplan zu aktualisieren. Wir stehen im Energiebereich vor grossen Herausforderungen. Immer deutlicher wird, dass wir nicht so wie bisher weiterfahren können. Klimaerwärmung und absehbaren Engpässe bei den fossilen Energien zwingen uns zum Handeln.

Zum neuen Energieplan haben wir folgende Punkte kritisch angemerkt:

  • In grossen Teilen Winterthurs sollen in den nächsten Jahren klassische Öl- durch Gasheizungen ersetzt werden.  Das ist den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben! Der Nutzen ist gering (CO2-Reduktion) und die Abhängigkeit vom Ausland bleibt. Besser wäre es energetisch zu sanieren sowie effiziente Kleinverbunde mit Grundwasserwärme oder mitteltiefer Geothermie zu installieren, allenfalls noch unterstützt mit Wärme/Strom-Kleinkraftwerken.

  • Verbindlichkeiten für Grundeigentümer − in Bezug auf energetische Sanierungen und Anschlusspflichten − müssen ausgebaut werden. Zum Beispiel für den Anschluss an Klein- und Nahwärmeverbünde. Rein wirtschaftliche Betrachtungen müssen gegenüber energetische Überlegungen in den Hintergrund treten. Wo nötig, muss zur Zielerreichung stärker (auch finanziell) gefördert werden.

  • Möglichkeiten zur saisonalen Wärmespeicherung scheinen nicht wirklich geprüft worden zu sein. Da wird ein grosses Potenzial verschenkt!

Die grundsätzliche Stossrichtung des neuen Energieplans ist richtig und dringend notwendig: Auch Winterthur muss seine Versorgung mit Wärme (Winter) und Kühlung (Sommer) mittelfristig auf erneuerbar und CO2-frei umstellen.

01.02.2012, Reto Diener, Gemeinderat, Präsident Grüne Winterthur