Eulachstadt-reloaded

Do 23.06.22

Gehören Sie auch zu denen, die es gerne warm oder sogar heiss haben und die lauen Sommerabende in Garten und Park lieben?

Ich persönlich finde es herrlich, anstatt mit Handschuh und Mütze nur mit Shorts und Sonnenbrille loszuziehen und nun bald nach zwei Jahren Zwangspause beim Albanifest wieder ein Eis zu geniessen! «Summertime and the living is easy» und wie es aussieht, werden uns heisse Sommer ja noch länger erhalten bleiben. Die Klimasorgen sperre ich für einmal kurz weg, ich bitte um Nachsicht.

Für die notwendige Abkühlung nach den Sommervergnügen könnten uns die zahlreiche Fliessgewässer der Stadt dienen. Leider stelle ich aber fest, dass es oft gar nicht so leicht ist, an das kühlende Nass zu gelangen! Zugegeben, wir haben den Eulachpark und die überaus beliebten Badeplätze an der Töss, aber dazwischen fliessen Eulach, Mattenbach und weitere Bäche praktisch unsichtbar zwischen Strassen, Häusern und Plätzen. Dies ist ein verkanntes Potenzial, das Aufwertung erhalten muss. Es kann doch nicht sein, dass die Stadt schmachtet, während unsere Flüsse und Bäche an so manchen Stellen auf Stadtgebiet versteckt und ohne Zugang vor sich hinvegetieren.

Man muss zwar wissen: Wasserbau ist ein komplexes Business. Trotzdem gibt es gibt es sie schon: Die Beispiele, wo mit einfachen Massnahmen steile Ufermauern durch Ufertreppen ersetzt und undurchdringbare Steilböschungen zugänglich gemacht worden sind. Die Hitzekarte auf dem öffentlichen GIS-Browser zeigt es denn auch: Die Coldspots liegen entlang der Gewässer!

Für mich als Grüne liegt es auf der Hand: Winterthurs Bäche und Flüsse müssen wieder sicht- und erlebbar werden und wir müssen sie, wo es irgendwie geht, aus ihren Korsetts befreien! Damit schlagen wir gleich drei Fliegen mit einer Klappe: der Zugang zu einem Fliessgewässer schafft Aufenthaltsqualität, Biodiversität und schenkt klimaneutrale Abkühlung, jederzeit gratis und franco!

Ich wünsche Ihnen viel Sommerfrische in der Eulachstadt!

Kolumne in der WiZE, Juni 2022. Kathrin Frei Glowatz, Stadtparlamentarierin