Mehr Velo im Alltag und in der Freizeit – eine gute Gewohnheit!

Sa 02.05.15

Es ist Frühling, unüberhörbar, unübersehbar. Ein Blütenmeer von Primeln begrüsst mich, wenn ich das Haus verlasse. Die Singvögel begleiten mich am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem Gesang. Wie schön ist dieses Gefühl! Er verheisst laue Abende, irgendwo draussen in einem Gartenrestaurant, zusammen mit Freunden und Freundinnen, ein mitreissendes Konzert einer afrikanischen Band an Afropfingsten, eine „Blueschtfahrt“ mit dem Velo und vieles mehr.

Was verbindet all diese Aktivitäten? Mein Velo. Ich lege meinen Arbeitsweg mit dem Velo zurück, ich gehe mit dem Velo schnell in die Stadt, um mich mit Freunden und Freundinnen zu treffen, ich besuche das Kino mit dem Velo, ich unternehme Ausflüge in die nähere Umgebung mit dem Velo und ich fahre in die Ferien mit dem Velo, weil mir diese Art des Reisens besonders gut gefällt. Eine Aktivität, die ich zusammen mit meiner Mutter, einer begeisterten Velofahrerin, betreiben kann. So fuhren wir letzten Frühling zusammen von Kopenhagen nach Berlin. In Dänemark bewunderten und benützten wir beim Start die vorbildliche Veloinfrastruktur von Kopenhagen mit breiten Velostreifen häufig abgetrennt von den Fahrbahnen der Autos und den zu Fuss gehenden. Dann fuhren wir auf bestens ausgebauten Velowegen dem Meer entlang Richtung Süden. In Deutschland benutzten wir dann häufig sogenannte Fahrradstrassen, wo in der Regel nur Veloverkehr zugelassen ist (Ausnahme Anlieger), Velos Vortritt haben und eine Höchstgeschwindigkeit von 30km/h gilt. Velos dürfen nebeneinander fahren, was wir auch häufig nutzten, um miteinander zu plaudern. Es war ein Hochgenuss, auf diesen ruhigen Fahrradstrassen zu radeln, wo wir uns sehr sicher fühlten.

Was hat das nun alles mit Winterthur, mit der Schweiz zu tun? Um dem Velo jenen Platz in der Gesellschaft zu gewähren, den es verdient, hat Pro Velo Schweiz zusammen mit über zwanzig velofreundlichen Organisationen (unter anderem der Sportlobby mit Swiss Cycling und dem Branchenverband Velosuisse ) und verschiedene Parteien, unter anderem den Grünen, Anfang März eine nationale Veloinitiative lanciert. Ziel der Veloinitiative ist eine Förderung des Velos im Alltag und in der Freizeit. Radstreifen und Radwege sollen besser ausgebaut und dadurch sicherer werden. Damit der Veloverkehr wachsen kann – insbesondere auch der Gebrauch von schnellen Velos, Anhängern und Transportvelos – müssen Radstreifen, Radwege, Verzweigungen und Kreuzungen velofreundlicher geplant und gebaut werden. Auch Fussgänger und Fussgängerinnen profitieren von einer besseren Veloinfrastruktur: sie werden nicht mehr durch den Veloverkehr gefährdet. Wenn Velofahrende sicher und flüssig auf der Strasse oder auf Velowegen fahren können, weichen sie nicht aufs Trottoir aus.

Und wozu das alles? Weil das Velo allen nützt: den Velofahrenden, weil es gesund, schnell und günstig ist. Allen anderen auch, weil es ein ruhiges, umweltfreundliches Verkehrsmittel ist, das wenig Platz braucht und keine Abgase produziert. Um die Schweizer Städten für Velofahrende attraktiver zu machen und von den Autos zu entlasten, braucht es sichere und schnelle Veloverbindungen in den Städten und Agglomerationen ebenso wie attraktive Velo-und Mountainbike-Routen für die Freizeit. Weitere Informationen zur Initiative finden Sie unter www.velo-initiative.ch. Meine Unterschrift ist gewiss!

Winterthur, im Mai 2015, Doris Hofstetter, Gemeinderätin Grüne