Mobilität aktuell

Was läuft? Aktionen und Umsetzungen.

Parkieren und Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum (Okt. 22)

Immer mehr Pendler wollen mit dem Velo an den Bahnhof um auf den Zug umzusteigen. Das ist für die Stadtluft und eine umweltfreundliche Mobilität ein guter und wichtiger Trend, der sich künftig noch fortsetzen muss. Der Druck auf die knappen Veloparkplätze unmittelbar bei den Gleisen steigt aber ständig. Deshalb werden laufend neue (unterirdische) Abstellanlagen geplant und auch umgesetzt. Damit die öffentlichen Stadträume, vor allem jene gleich beim HB, nicht gänzlich von Velos verstellt werden, wird es unabdingbar sein, dass die oberirdischen, Gleis-nahen Gratis-Pendlerparkplätze zugunsten anderer Nutzungen (Kurzzeitveloparkierungen, Fussgängerbereiche, ÖV, möglichst auch Grünanlagen etc.) etwas weichen müssen, zu eng sind die Räume dort einfach (wie aktuell an der Stadthausstrasse). Wer immer noch sehr nahe am HB parkieren will, muss in Kauf nehmen dafür etwas zu bezahlen, dafür erhält er einen gesicherten und gedeckten Platz. Gegenüber Auto-Parkplätzen sind die Preise noch immer sehr günstig, und werden es auch bleiben.

Konsistent zu dieser Strategie werden aber auch laufend Auto-PP in den dicht genutzten städtischen Räumen abgebaut. Auf den zu sanierenden Stadtstrassen werden Priorisierungen für den umweltfreundlichem Verkehr, mehr Platz für hitzemildernde Bäume, sowie immer mehr Tempo 30 umgesetzt. Manchmal gegen den erbitterten Widerstand von bürgerlicher Seite. Doch auch dieser Trend ist unumkehrbar. Grundlage dazu sind zahlreiche Vorstösse aus dem Parlament, sowie die Mobilitätsstrategie der Stadt. Dass die Nutzungen auch hier nicht überall konfliktfrei sind, zeigt die intensive Diskussion über neue Velovorzugsrouten (u.a. am Mattenbach). Auch hier geht der Trend aber unaufhaltsam weiter: Laufend werden neue Routen geplant, ausgeschieden und umgesetzt. Gegen die Tempo30 Abschnitte sowie Änderungen der Priorisierung auf den mehr verkehrsorientierten Strassen laufen zwar aktuell noch juristische Rekurse. Wir sind aber zuversichtlich, dass diese letztlich abgewiesen werden können. Wie schon in zahlreichen anderen bereits gerichtlich beurteilten Fällen (u.a. auch in der Stadt Zürich).

Die neue Verordnung für das gebührenpflichtige Parkieren im öffentlichen Raum wird aktuell im Parlament nochmals beraten. Es ist die zweite Runde nach dem sehr knappen Nein in der Volksabstimmung von 2021. Grüne setzen sich dafür ein, dass ein guter Kompromiss gelingt, damit es nicht nochmals zum Referendum kommt, Wir haben aber auch rote Linien, die nicht überschritten werden dürfen. Die vorgehend beschriebene Strategie für eine stadtverträgliche Mobilität darf in der Umsetzung nicht weiter «behindert» werden.