Motorenlärm statt Erholung in der Natur

Mo 01.03.21

Tatort Bruderhaus, Parkplätze entlang dem Tiergehege: Es ist wieder schönes Frühlingswetter, Ungezählte zieht es in die Natur und in den Wald. Manche davon auch in den Tierpark im Bruderhaus. Nicht wenige auch mit dem Auto oder vielmehr SUV, für einmal - hoffentlich - mit der ganzen Familie vollgepackt. Bei der Schranke am Parkplatz angekommen husch ein Ticket gelöst und dann nur noch parkieren und schon kann das Vergnügen beginnen. Aber hoppla, das haben viele Dutzende unmittelbar vorher auch schon gemacht. Die Folge: Es hat keine freien Plätze mehr. Die Fahrzeuge stauen sich mit laufenden Motoren entlang des Tiergeheges: Parkplatzsuch- und -warteverkehr. Das Blechlawinenchaos nimmt seinen Lauf. Entlang den Gehegen spazierende Parkbesucher hören statt Tierstimmen nur noch fluchende Fahrer und laufende Motoren.

War das die Idee des Verkehrskonzepts, dass jeder, der oben an der Schranke vorfährt, ein Ticket erhält und eingelassen wird, obwohl keine Parkplätze mehr frei sind? Das kann es ja nicht wirklich sein! Die Grünen/AL haben schon vor 10 (!) Jahren gefordert, dass (mindestens) ein Informationssystem eingerichtet wird, das den Besuchern unten, bei den Zufahrten - nichts erst vor dem Parkplatz oben - via nicht zu übersehendem Signal anzeigt, ob es überhaupt noch freie Plätze hat oder nicht und idealerweise wie lange man etwa auf einen Platz warten muss. Wenn das die Post mit dem Ticketing in der Wartehalle lösen kann, müsste das doch hier in irgend einer Form auch möglich sein. Eine weitere Massnahme wäre die Erhöhung der Ticketpreise auf ein lenkungswirksames Level, zumindest an jenen Tagen wo der 12er Bus fährt. Noch besser und zuverlässiger könnten die Blechlawinen beim Tierpark wie auch beim Rest. Eschenberg mit einer automatischen Schranke gestoppt werden, welche die Zufahrt in den Wald und auf den Eschenberg nur dann frei gibt, wenn hinreichend freie Parkplätze vorhanden sind.

Nachtrag: Ja, unterdessen wurden erneut Verkehrskadetten zusammengetrommelt, welche die Zufahrten nun (zumindest teilweise) wieder manuell kontrollieren/beschränken. Das ist zwar erfreulich, bleibt letztlich aber unbefriedigendes Flickwerk und beweist den Fehlschlag des Konzepts nur um so deutlicher. Wir erwarten unmissverständlich Nachbesserungen in die skizzierte Richtung. Aktuell ist der Auftrag des Verkehrskonzepts noch immer nicht erfüllt.

 

von Reto Diener, Gemeinderat Grüne