Nein zur Traglufthalle

Mi 24.04.19

1904_einreichung_volksreferendum.jpgHeute Mittag hat eine Vertretung des Referendumskomitees und der unterstützenden Parteien Grüne, SP und AL sowie des Quartiervereins Wohnliches Geiselweid dem Winterthurer Sportstadtrat Jürg Altwegg 1542 Unterschriften für das Referendum gegen den Bau einer Traglufthalle über dem Geisi-Freibad überreicht. Damit haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger voraussichtlich im Herbst die Möglichkeit über das umstrittene Projekt abzustimmen. Der knappe Ausgang der Abstimmung im Gemeinderat, die grosse Zahl der Unterschriften gegen den Bau sowie die Reaktionen während der Unterschriftensammlung zeigen klar, dass eine Traglufthalle über dem Geisi sowohl aus ökonomischer wie auch aus ökologischer Sicht keine Lösung ist. Der im Vergleich zu einem richtigen Hallenbad sehr grosse Energieverbrauch, die Beheizung mit teilweise fossil erzeugter Fernwärme und der fragwürdige Ablasshandel mit Klimazertifikaten stehen in einem starken Widerspruch zu den aktuellen Bemühungen den CO2-Ausstoss zu senken. Ebenso gegen das Projekt sprechen die hohen Betriebskosten von rund einer halben Million Franken pro Jahr, die sich zusammen mit den Baukosten über die kurze Lebensdauer der Traglufthalle hinweg auf gut 10 Millionen Franken summieren - Geld, das aus Sicht des Referendumskomitees gescheiter in die Planung und Realisierung eines zweiten Hallenbads in Winterthur fliessen sollte. Ein erster wichtiger Schritt dazu wurde mit einer Motion des Gemeinderates, welche am 15. April 2019 ohne Diskussion an den Stadtrat überwiesen wurde, bereits gemacht.   

Das Referendumskomitee stellt sich nicht gegen mehr beheizte Wasserfläche in Winterthur, der Weg dazu muss aber direkt über ein neues Hallenbad führen und nicht über eine klimaschädliche und teure Traglufthalle. Aus Sicht des Komitees würde beispielsweise ein zweites Hallenbad mit einem 25-Meter-Becken einen Grossteil der in Winterthur bestehenden Bedürfnisse erfüllen. So wäre es auch endlich möglich, dass die Winterthurer Kinder die gemäss Kanton vorgegebene Anzahl Schwimmlektionen erhalten. Durch einen Standort an anderer Stelle in der Stadt würde sich zudem für viele Schulen die Erreichbarkeit verbessern und so den Schwimmunterricht vereinfachen.

Dass sich ein solches 25-Meter-Hallenbad zu einem vernünftigen Preis realisieren lässt, zeigt das Beispiel Appenzell: Dort wird mit einem Kostendach von maximal 20 Millionen Franken (ohne Land) ein neues Hallenbad mit 25-Meter-Becken, Lehrschwimmbecken und Sauna gebaut - das ist knapp die Hälfte dessen, was in Winterthur bisher an Kosten prognostiziert wurde. Das Appenzeller Projekt liesse sich problemlos für Winterthur adaptieren und durch Weglassen des Saunabereichs würden die Kosten sogar unter 20 Millionen Franken fallen.

Gabi Stritt (SP), Reto Diener (Grüne)