Nicht lustig: Gefällte Bäume an der Rudolfstrasse

Sa 15.11.14

Man kann den Bären aber nicht waschen, ohne das Fell nass zu machen.

Natürlich ist es ärgerlich, dass die Linden an der Rudolfstrasse gefällt werden mussten. Wenn es nur um die Erstellung einer neuen Parkhauszufahrtsrampe gegangen wäre, dann hätten die Grünen im Gemeinderat dazu nicht Hand geboten. Es geht aber um viel mehr, man muss etwas genauer hinsehen. Es wird in der nächsten Zeit an dieser Stelle nicht nur die zusätzliche Auffahrtsrampe geben, es werden auch die Zufahrtsrampen für die neue Veloquerung unter den Geleisen hindurch gebaut. Es wird weiterhin an genau diesem Ort eine neue unterirdische Velostation geben und nicht zuletzt werden auch die Fussgängerrampen für die Querung Nord komplett neu und benutzerfreundlicher angelegt werden. Es dreht sich bei dieser Baustelle also um ein ganzes Paket von neuen Anlagen, die zum überwiegenden Teil Fussgängern und Velofahrern zugute kommen werden.

Man kann an diesem Ort nichts Neues schaffen ohne gleichzeitig bestehendes zu beeinträchtigen: zu eng ist hier der dicht genutzte Raum. Die SBB auf der einen sowie die Häuser auf der anderen Seite geben den Rahmen, worin wir uns bewegen (und verändern) können. Statt Frust ist vielmehr Geduld und etwas Weitsicht gefragt: Wenn die Umgestaltung der Rudolfstrasse in einigen Jahren beendet sein wird, werden neue Baum- und Grünanlagen die dannzumal signalisierte Begegnungszone aufwerten und wieder beleben. Das ist unmissverständlich so vorgesehen und dafür werden wir uns auch einsetzen. Genau wie bei der Überdachung der Zürcherstrasse sowie der Neugestaltung der urbanen Räume dort (was letztlich ja auch der Grund für die Verlegung der Parkdeckzufahrtsrampe ist). Auch dort werden die Anlagen für den Fuss- und Veloverkehr wieder mit Grünzonen und Bäumen ergänzt werden.

von Reto Diener, Gemeinderat und Präsident Grüne Winterthur