Der Stadtverkehr der Zukunft benötigt viel weniger Autoparkplätze

Sa 27.06.15

Mehr kleinere, umweltschonende und platzsparende Fahrzeuge, sei es ein "Bicar" oder ein klassisches Velo (mit oder ohne Elektromotor): das ist nicht erst seit gestern meine Vision für den künftigen Stadtverkehr der kurzen Strecken. Für etwas grössere Distanzen kommt dazu noch ein leistungsfähiger öffentlichen Nahverkehr. Idealerweise können die beiden Elemente sogar miteinander kombiniert werden. Ich freue mich, wenn neu auch Agil-Mobil diese Vision teilt. Tatsächlich könnte damit sehr viel Verkehr im heutigen Sinne "gespart" werden. Aber nur dann, wenn effektiv eine Verlagerung der Verkehrsträger stattfindet - immer nur mehr von allem wird nicht funktionieren, dafür haben wir in der Stadt schlicht keinen Platz.

Genau deshalb braucht es Leitplanken für die Entwicklung, unter anderem auch dafür, dass sich neue Systeme wie zum Beispiel das Bicar überhaupt entfalten können: Ein auf die moderne Mobilität angepasstes Parkplatzangebot im Zentrum sowie eine übergeordnete Verkehrssteuerung sorgen dafür, dass der Verkehr in die richtigen Bahnen gelenkt wird, mithin die Vision kein Papiertiger bleibt. Die neue Parkplatz-Verordnung, über die wir im Oktober abstimmen werden, schafft dabei die langfristig passende Angebotssteuerung. Langfristig, weil sie erst bei Neu- oder wesentlichen Umbauten greift, somit also in keiner Weise einen Umsturz auslöst wie dies von einigen immer wieder herbeigeredet wird.

Künftig werden wir nur noch einen Teil der heutigen Autoparkplätze benötigen, weil ein Grossteil der Pendler und Einkaufenden mit umweltfreundlicheren und raumsparenderen Fahrzeugen unterwegs sein wird. Dies schafft nicht nur mehr Lebensqualität, es wird auch der Wirtschaft zuträglicher sein als Handwerker die im Stau stecken bleiben oder Angestellte, die zu spät und verärgert an ihren Arbeitsplatz kommen.

von Reto Diener (Leserbrief im Landboten vom 26. Juni 2015)