Schneller vorwärts mit dem Velo dank dem Bundesbeschluss Velo

Do 06.09.18

Gehören Sie zu den 15% aller Winterthurer und Winterthurerinnen, die es schätzen, mit dem Velo rasch in die Stadt zu fahren, um einen Einkauf zu erledigen, ins Kino zu gehen oder zur Arbeit zu pendeln? Dann brauchen Sie diesen Artikel nicht zu lesen. Sie wissen bereits, dass es für Velofahrende sehr wichtig ist, eine sichere Veloinfrastruktur zur Verfügung zu haben. Der Gebrauch des Velos ist nämlich ein Indiz dafür, wie viel Raum den Velos auf den Verkehrswegen zugestanden wird und dass diesbezüglich in der Schweiz ein grosser Verbesserungsbedarf besteht. In anderen europäischen Ländern benutzen wesentlich mehr Menschen das Velo für ihre täglichen Fahrten zur Arbeit oder zum Einkaufen. Dies kommt aber nicht von alleine. Es braucht eine entsprechende Infrastruktur, wo sich die Velofahrenden sicher und schnell vorwärts bewegen können. Das heisst, es braucht Velowege, Velostrassen, Velobrücken, Velobahnen, Veloampeln etc. Veloinfrastruktur ist deutlich kostengünstiger als der Bau von Strassen für Motorfahrzeuge. Attraktive und durchgängige Velowege führen dazu, dass immer mehr Menschen aufs Velo umsteigen.

Der Gegenvorschlag des Bundesrates zur Velo-Initiative, die im März 2016 eingereicht und in der Zwischenzeit zurückgezogen wurde, verlangt eine Verankerung der Velowege in der Verfassung, analog zu den Fuss-und Wanderwegen. Dies nützt nicht nur den Velofahrenden, sondern allen Verkehrsteilnehmenden. Die beiden Verkehrsverbände TCS und VCS unterstützen deshalb zusammen den neuen Veloartikel. Als Teil einer grossen Allianz machen beide Verkehrsverbände Werbung für den Veloartikel. Auch Bundesrätin Doris Leuthard macht sich für den Veloartikel stark: Ein gutes Velowegnetz helfe, Unfälle zu vermeiden und trage zur Entlastung von Strassen, Bahnen und Bussen, wo es zu Spitzenzeiten oft eng sei, bei. Sie betont, dass es sich lohne, das Potential des Velos besser zu nutzen. Fast 80 Prozent aller Fahrten in Bus und Tram und jede zweite Autofahrt sind kürzer als fünf Kilometer und könnten in der Mehrzahl mit dem Velo zurückgelegt werden. Je besser das Velowegnetz ist, desto attraktiver ist es, für kürzere Fahrten das Velo zu nehmen.

Velofahren schont die Umwelt: Wer mit dem Velo statt mit dem Auto oder dem öffentlichen Verkehr fährt, senkt den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen. Veloverkehr verursacht zudem weder Lärm noch Abgase. Und wer Velo fährt, bewegt sich. Das ist gut für die Gesundheit.

Was wird bei einer Annahme des Bundesbeschlusses Velo konkret passieren? Kantone und Gemeinden sind und bleiben auch mit dem Bundesbeschluss für Planung, Bau, Unterhalt und Betrieb der Fuss-, Wander- und Velowegnetze zuständig. Der Bund übernimmt aber neu auch bei den Velowegen eine koordinierende und vollzugsunterstützende Rolle. Das verbessert die Qualität aller Netze und spart Zeit und Kosten. Laut der Landesregierung soll die Umsetzung des Gegenvorschlages etwa gleich viel kosten wie die bisherige Förderung der Fuss-und Wanderwege. Diese beläuft sich aktuell auf 1.8 Millionen Franken pro Jahr. Da bereits heute ein Budget von 700 000 Fr/Jahr für den Veloverkehr zur Verfügung steht, rechnet der Bundesrat mit zusätzlichen Kosten von 1.1 Millionen Franken.

Aufgrund der wachsenden Mobilität ist es sinnvoll, dass sich der Bund für Velowege engagiert. Mit dem Bundesbeschluss über die Velowege kann er die Arbeiten der Kantone und Gemeinden auf bewährte Weise unterstützen – und so zu sicheren und attraktiven Velowegen beitragen.

Kurz: Velofahren ist gesund, Velofahren ist gut für die Umwelt, Velofahren löst Verkehrsprobleme in Städten und Velofahren macht Spass.

Aus all diesen Gründen stimme ich deshalb am 23. September Ja zum Bundesbeschluss Velo.

Winterthur, 7. September 2018, Dr. med. Doris Hofstetter, Anästhesistin FMH, Gemeinderätin Grüne