Traglufthalle

Mo 30.09.19

Winti, wir müssen reden. Wir sind eine Energiestadt Gold, wir haben das 2000 Watt-Ziel und wir wollen «netto null» Treibhausgasemissionen bis 2050. Und am 20. Oktober stimmen wir trotzdem darüber ab, ob wir eine riesige Energieschleuder bauen wollen.

Das Geisi, unser einziges Hallenbad platzt aus allen Nähten. Nach der verlorenen Cabriodach-Abstimmung engagieren sich Politiker von links bis rechts für das vorliegende, äusserst fragwürdige Traglufthallen-Projekt. Allen voran ein Hettlinger, dessen Gemeinde selber nie auf die Idee käme, ihre Badi zu überdachen. Weil ein richtiges Hallenbad früher zu teuer war, soll jetzt also ein überteuertes Ballondach aufgeblasen werden, bis dann ein richtiges zweites Hallenbad gebaut ist.

Klar ist jedenfalls: Das Ballondach verbraucht fünfmal mehr Energie als ein Hallenbad und wird nicht mit Fernwärme ab KVA beheizt werden.

Unklar ist: Ob die von den Befürwortern ins Spiel gebrachten Zertifikate gelten. An der CO2-Bilanz sind Zertifikate jedenfalls nicht anrechenbar.

Obwohl die Realisierbarkeit also in den Sternen steht, stimmen wir über einen 2.3 Mio.-Kredit ab. Winti, lehnen wir drum die Vorlage ab und machen wir Druck für ein richtiges zweites Hallenbad.

Kolumne in der Winterthurer Zeitung, von Florian Meier, Kantonsrat