Freiheit - die sie meinen

Mi 06.10.21

Massnahmengegner und Impfkritiker aus der ganzen Schweiz waren kürzlich auch in der Winterthurer Altstadt "zu Gast". Ich hatte mich nicht in das Gedränge mit Umarmungszeremonien gemischt, denn ich verspürte keine Lust, mich mit dem Corona-Virus anzustecken und damit wieder andere zu gefährden. Auch als Geimpfter bleibt ein Risiko bestehen und die Übertragungsfähigkeit ist weiterhin gross. Wenn sich die Community mit dem Virus gegenseitig immunisieren will, ist das ihr Problem. Nicht aber wenn deren Vertreter:innen in die Spitalbehandlung geraten. Dann ist es unser aller Problem. Insofern endet ihre deklamierte Freiheit an der Beeinträchtigung und auf Kosten anderer abrupt.

Man kann argumentativ daran herumdrehen wie man will: Das Risiko auf der Intensivstation zu landen, ist ohne Impfung um Grössenordnungen wahrscheinlicher, gefährliche Nebenwirkungen dagegen sind extrem selten. Wer die Impfung ohne medizinische Gründe verweigert, muss in Kauf nehmen, als unsolidarisch bezeichnet zu werden. Weder verändert die RNA-Technologie ein lebendes Wesen (im Gegensatz zur Genmanipulation von Zellmaterial), noch wird die Impfung irgend jemandem hart aufgezwungen. Gurtenpflicht und Tempolimit schränken die "Freiheit" viel mehr ein. Haben wir deshalb eine Diktatur? Bitte die Relationen nicht verlieren!

Kolumne in der ersten Ausgabe der neuen Zeitung 84X0.  Von Reto Diener, Stadtparlamentarier Grüne