Planungszone Neuhegi: Kein Strassenbau auf Vorrat

Do 23.05.13

Statt neuen Strassen zu bauen ist primär der ineffiziente Auto-Pendlerverkehr zu eliminieren. Das schafft genügend Platz für den notwendigen Fahrzeugverkehr auf dem bestehenden Strassennetz. Die Grünen fordern für alle Bereiche 1. weitere Reduktion bei den Pendlerparkplätzen, 2. Verdichtung in die Höhe, dafür mit genügend Grünräumen zwischen den Gebäuden und 3. insgesamt eine Zurückhaltung im Entwicklungstempo.

Neuhegi hat durchaus ein Verkehrsproblem: Auf vier Fahrten mit dem Privatauto kommt nur gerade eine Fahrt mit Bus oder Zug! Der riesige Anteil Pendlerverkehr dabei mit einer katastrophalen Transporteffizienz: pro Auto im Mittel kaum mehr als eine Person. Dies und nicht die fehlende Strassenkapazität, ist für die Überlastung der Zufahrten verantwortlich! Es wäre in hohem Grade kontraproduktiv, diese Ineffizienz mit dem Bau weiterer Strassen noch zu fördern. Im Gegenteil. Auf die geplante zusätzliche Erschliessungsstrasse ist zu verzichten. Sie löst keinerlei Verkehrsprobleme, sie verschiebt nur die bestehenden weiter in die Zukunft.

Für das Gebiet der Planungszone muss stattdessen vielmehr in den Ausbau von Infrastrukturen und Angebote für den öffentlichen und Veloverkehr investiert werden. Nur das ist nachhaltig und langfristig 2000Watt-Gesellschaft verträglich. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen für die Nutzung des Privatautos gezielt weniger attraktiv gestaltet werden. Die wichtigste Massnahme hierzu ist die Steuerung über die vorhandenen Parkplätze. Mit dem Ausbau der ÖV-Infrastruktur muss die Erschliessungsgüte so verbessert werden, dass in Bezug auf die zu erstellenden Parkplätze auch für Neuhegi die stärkste Reduktionsklasse A (analog Stadtzentrum) eingesetzt werden kann. Keinesfalls darf jetzt bereits eine neue Strasse auf Vorrat geplant und gebaut werden. Übrigens: Im sGVK (2010) ging es klar noch um eine reine Erschliessung von Neuhegi. Unterdessen ist von einer Kantonsstrasse mit Durchgangsfunktion die Rede....

Weiterhin fordern wir für das ganze Areal den Einsatz des Instrumentes der Gestaltungsplanpflicht. Damit sind folgende Rahmenbedingungen zu definieren: a) die Entwicklung aller Areale ist mit Mobilitätskonzepten so zu begleiten, dass automobiles Verkehrsaufkommen noch weitgehender reduziert werden kann (Vorbild: Werk1 Stadtmitte). b) Die Verdichtung ist so in die Höhe zu lenken, dass zwischen den Gebäuden genügend Freiraum geschaffen werden kann. Auch  innerhalb des Areals sind Erholungs- und Grünzonen zu erstellen. Wir wollen keine Siedlungswüsten, schon gar nicht in den Wohnzonen!

 23. Mai 2013, Reto Diener, Präsident Grüne Winterthur