PS-Boliden und Benzinsäufer statt Transporteffizienz

Mo 09.03.15

Vom diesjährigen Autosalon – der alljährlichen Bolidenshow in Genf –  die Aussage der Autoimporteure aufgeschnappt: "Die Reduktion der CO2-Emissionen gemäss Absenkpfad Emissionsvorgabe (Zielwert 130g/km) ist nicht möglich".

Ich lese wohl nicht richtig. Dabei sind die Vorgaben a) nicht nur schon lange bekannt, sie sind b) mit Verlaub, auch problemlos technisch umsetzbar. Aber natürlich nicht mit der PS-Boliden-Flotte, wie sie dieses Jahr wieder noch mehr als in früheren Jahren der Käuferschaft schmackhaft gemacht wird. Statt effizienten Transportgefährten für den Alltag werden der PS-hungrigen Kundschaft Rendite versprechende Benzin-Säufer in allen Schattierungen und Komfortstufen angeboten.

Als wie wenn es keine Klimaerwärmung gäbe und weiterhin Benzin bis in alle Ewigkeit zur Verfügung stünde. Nichts als faule Ausreden: Die Auto-Umweltliste des VCS enthält eine fast beliebig grosse Zahl von Fahrzeugen (inklusive Familienautos), welche die Vorgaben der 130g schon seit längerem weit unterbieten! Nichts als fauler Zauber: Dank Hybrid-und ähnlichen Technologien werden die Gesamt-Motorisierungen so nach oben gedrückt, dass der Effizienzgewinn wieder zunichte gemacht wird. Rebound nennt sich das. Erschreckend: Die Energiewende macht weiterhin vor der heiligen Kuh Privatauto halt.

Wer das nicht gut findet: Am 12. April Liste 4 Grüne wählen. Damit die Energiewende überall und richtig in die Gänge kommt!

 

von Reto Diener, Leserbrief im Landboten vom Dienstag 10. März 2015