Rücktritt von Matthias Gfeller aus dem Stadtrat aus medizinischen Gründen

Mo 26.09.16

Dr. Matthias Gfeller tritt per 2. Quartal 2017 als Stadtrat in Winterthur zurück; dies vorwie gend aus gesundheitlichen Gründen. Sein Hausarzt Dr. med. Jürg Schlegel bestätigte an der heutigen Medienorientierung, dass sich die bei Matthias Gfellers schon seit einigen Jahren auftretenden Herzrhythmusstörungen, welche in der Vergangenheit erfolgreich behandelt werden konnten, in letzter Zeit wieder verstärkten und zusätzlich noch ein sog. Vorhoff limmern auftrat. Beides Phänomene, die insbesondere unter äusserem Stress häufiger auf treten. Um die Probleme medizinisch anzugehen wären aufwändige Operationen notwendig. Matthias Gfeller hat sich für eine zweite, weniger risikoreiche Variante entschieden: Die mittelfristige Verbesserung der Situation mit einer weniger stressbelastenden Tätigkeit anzu streben.

Die Grünen Winterthur bedauern den durch diese Umstände ausgelösten Rücktritt „ihres“ Stadtrates sehr. Wir werden seine engagierten Voten und hartnäckigen Engagements für ein enkeltaugliches Winterthur vermissen, haben für den angekündigten Schritt aber volles Verständnis. Die letzten Monate brachten mit der Stimmrechtsbeschwerde sowie der Administrativuntersuchung massive zusätzliche Belastungen, welche nur schon für eine normal robuste Natur an die Grenze des Erträglichen gehen würden. In Anbetracht der medizini schen Situation ist es – zum Schutz seiner eigenen Gesundheit – nachvollziehbar, dass Matthias Gfeller kürzer treten will und deshalb nun den geordneten Rückzug aus dem Stadtrat beschlossen hat.

10 GUTE JAHRE IM STADTRAT
Matthias Gfeller, 60 jährig, ist seit 2006 Mitglied des Winterthurer Stadtrats und Leiter des Departementes „Technische Betriebe“. In den rund 10 Jahren seiner Exekutiv-Tätigkeit hat er sich in seinem Departement für Naturschutz, öffentlichen Verkehr, Infrastrukturen und erneuerbare Energien eingesetzt: unter anderem für die Erweiterung der Kehrichtverwertungsanlage KVA, für die Gestaltung des Eulachparks und weiteren Grünflächen in den Quartieren sowie für ein flächendeckendes Glasfasernetz. Mit dem Klimafonds von Stadtwerk Winterthur wurde in seiner Amtszeit ein schweizweit einzigartiges, starkes Instrument zur Förderung von Projekten zur CO2-Reduktion eingeführt.

Besonders wichtig war Gfeller stets die Vernetzung mit Nachbarstädten, beispielsweise auch bei der Förderung des öffentlichen Verkehrs: Dank dem Einsatz der Städteallianz von St. Gallen, Winterthur, Zürich, Zug und Luzern, steht der Brüttemer-Tunnel als Entlastung für den Eisenbahnengpass bei Kemptthal wieder oben auf der Traktandenliste des Bundes. Gfeller hat zudem mit Schaffhausen eine weitere Stadt als Voll-Mitglied und mehrere weitere als assoziierte Mitglieder für diese Allianz gewinnen können.

Zwischen 2006 und 2016 hat die Bevölkerung acht grosse Kredit-Vorlagen aus Gfellers Departement angenommen. Darunter Rahmenkredite für die Investition in Anlagen zur Produk tion von erneuerbarer Elektrizität und für den Bau und die Erweiterung von Nahwärme netzen. Diese Volksabstimmungen (alle aus dem Bereich von Stadtwerk) wurden mit Zustimmungsraten zwischen 56% und 81% Ja-Stimmen gewonnen. Ferner konnten in dieser Zeitspanne auch die Verordnungen für Wasser, Gas, und Strom total revidiert sowie auf einen modernen Stand inklusive ökologischen Zielsetzungen gebracht werden.

Wichtige Ereignisse und Entscheidungen im Bereich Stadtgrün sind primär die Fusion von Forstbetrieb und Stadtgärtnerei zu einer neu organisierten Einheit „Stadtgrün Winterthur“. Ferner eine deutliche Aufstockung der inventarisierten Naturschutzobjekte, die Vollendung des Projektes Eulachpark und die Erweiterung des Wildparkes Bruderhaus. Im Friedhof Rosenberg konnte ein neues Gemeinschaftsgrab, sowie ein Friedhofteil für muslimische Verstorbene errichtet werden. Unerwartete Herausforderungen stellten der Befall von Bäumen durch  den  asiatischen  Laubholzbock,  sowie  mehrere  Ereignisse  mit  starken  Schneebruchschäden im Eschenbergwald dar. Im Bereich Stadtbus Winterthur wurden (nebst verschiedenen Ausbauplänen für den Schienenverkehr wie die Bahnstation „Grüze-Nord“) auch der Um- und Neubau des Busdepots
Grüzefeld, sowie die Linienverlängerung für den Trolleybus auf dem Rosenberg realisiert. Zwar mussten die stadtinternen Linien 8 und 15 mangels ausreichender Passagierfrequenzen eingestellt werden, dafür konnte eine neue Linie Winterthur – Seuzach eröffnet werden.

Alles in allem ein hervorragender Leistungsausweis der mit einigen schönen Erfolgen gekrönt war. Die Grünen Winterthur danken Matthias Gfeller jetzt schon für sein unermüdliches Engagement im Einsatz für diese Stadt.

GRÜN GEHT WEITER
Grün hat Zukunft. Winterthur hat sich 2012 per Volksabstimmung zum Ziel gesetzt, langfristig eine umweltverträgliche Bilanz beim CO2-Austoss und beim Energieverbrauch zu erreichen. Auch dank der grünen Stimme im Stadtrat konnten in den letzten Jahren diesbezüglich eine Reihe von Fortschritten erzielt werden. Das ist aber erst der Anfang. Noch stehen uns grosse Herausforderungen bevor. Ziel ist es dass der ökologische Fussabdruck der Stadt Winterthur auf dasjenige Level zurückgeht, das für die eine Welt, die wir nur haben letztlich nachhaltig und verträglich ist.

Auch deshalb steht für die Grünen Winterthur ausser Frage, dass sie den Stadtratssitz mit einer neuen Kraft zu verteidigen bereit sind. Dafür stehen kompetente und engagierte Personen zur Verfügung. Es wird letztlich – gemeinsam mit anderen fortschrittlichen Kräften aus Winterthur – insbesondere auch darum gehen, diesen Sitz im Stadtrat nicht dem konservativen Lager zu überlassen. Die Grüne Nomination für die Ersatzwahl wird die Mitgliederversammlung vom 25. Oktober vornehmen.

Winterthur, 26. September 2016, Reto Diener, Präsident Grüne Winterthur,