Stellungnahme Siska Areal

Do 26.11.20

Stellungnahme zum Projekt "SH zwei 4": Testplanung zum beabsichtigen Gestaltungsplan (Ecke Wülflinger-/Schauffhauserstrasse) sowie zu den Aussenräumen nördlich davon bis zum Bahnübergang an der Brunngasse.

Die Grünen Winterthur begrüssen die grundsätzliche Ausrichtung der bisher transparent gewordenen Absichtserklärungen gemäss Homepage (https://sh24.siska.ch) und Ausstellung im Neuwiesen-Center. Explizit begrüssen wir auch die an dieser Stelle geplante Verdichtung mit den zwei visualisierten Gebäuden inklusive einem Hochaus an der Ecke Wülflinger-/Schaffhauserstrasse.

Dass die Gebäude im Holzbau realisiert werden sollen, ist für uns ebenfalls sehr erfreulich. Zeigt sich doch immer mehr, dass hiermit auch der CO2-Ausstoss der beim Bau verwendeten Materialien (insbesondere gegenüber Beton) massiv vermindert bis gar gegen Null gebracht werden kann.

Sehr erfreulich ist ebenfalls, dass mit dem durch das Areal geplanten Weg für Fussgänger und Velofahrer die Brücke über die Wülflingerstrasse mit der Schaffhauserstrasse ohne Höhenverluste direkt verbunden werden soll. Damit kann eine alte Forderung zur direkten Anbindung des Areals nördlich des Hauptbahnhofs auch auf dieser Seite des Bahnhofs (Rudolfstrasse) endlich umgesetzt werden.

Wir möchten an dieser Stelle als Input für die Testplanung und für die weitere Bearbeitung des Projektes gerne die folgenden Punkte zur Prüfung und Vorgabe/Umsetzung anregen:

  • Gebäude: Unser Erwartung ist unmissverständlich, dass die neuesten Vorgaben und Standards bzgl. Energie und Klimaschutz angewendet werden (z.B. der SIA-Effizienzpfad, mind. 2017 und/oder Minergie P Eco). Alle Gebäude die jetzt neu erstellt werden, sollten die Vorgaben der Netto-Null Kompatibilität (gemäss Pariser Konvention, zu der sich auch die Schweiz verpflichtet hat) einhalten. Weiterhin bitten wir um Prüfung einer (mind. teilweisen) Fassadenbegrünung. Diese schafft u.a. gegen die zunehmende Sommerhitze Kühlung und wird für die Aufenthaltsqualität sowohl von innnen wie von aussen positiv wahrgenommen.
  • Verbindung für Velo und Fussgänger von der Schaffhauserstrasse bis zur Überführung: Hier sollte eine minimale Breite von mind. rund 5m vorgesehen werden. Nur damit kann eine einigermassen konfliktfreie Koexistenz der verschiedenen Verkehrsträger von Fuss- und Veloverkehr gewährleistet werden. Wir wünschen uns auch, dass ernsthaft geprüft wird, die Verkehrsträger voneinander zu trennen, solange der Platz wenn irgend möglich zur Verfügung steht, bzg. gestellt werden kann.
  • Auf dem Areal selbst sollten grosszügig Abstellplätze für Velos (nur lokale Nutzung, Besucher und Anwohner) bereitgestellt werden. Wir begrüssen explizit die von der Eigentümerschaft formulierte Absicht, hier keine Auto-PP zu erstellen, sondern dafür die bestehende Tiefgarage weiter nördlich zu benutzen und allenfalls - wenn unumgänglich - moderat zu erweitern.
  • Die Brunngasse von der Schaffhauserstrasse bis zum Bahnübergang sollte für den MIV Durchgangsverkehr gesperrt werden. Wir haben erfreut z.K. genommen, dass die Eigentümerschaft ähnliches unterstützt und sich sogar vorstellen kann, die Zufahrt zur Tiefgarage künftig direkt ab der Schaffhauserstrasse vorzusehen. Ebenfalls begrüssen wir sehr die Anliegen zur Befreiung dieses Bereiches von oberirdischen Parkplätzen (Strasse und bisheriger Platz). Das ergäbe für den Raum vor der Banane eine einmalige Gelegenheit zur Aufwertung und Verkehrsberuhigung. Die wichtige Velobeziehung über die Brunngasse nach Norden wäre dadurch (allenfalls sogar inkl. Unterbindung des MIV-Durchgangsverkehr an der Rundstrasse im Abschnitt Bahnübergang bis Schaffhauserstrassse) ebenfalls deutlich aufgewertet. Der Bahnübergang stellt hierbei (nur für den Fuss- und Veloverkehr) u.E. kein Problem mehr dar.
  • Der grosse Platz zwischen Banane-Gebäude und Brunngasse bietet sich geradezu für eine Aufwertung von Aufenthaltsqualität zusammen mit Massnahmen gegen die Klimaerwärmung an. Wir können uns sehr gut eine parkartige Gestaltung mit insbesondere auch grosskronigen Bäumen vorstellen, welche im Sommer Schatten und Kühlung spenden. Daneben könnten auch Bereiche mit einheimischen Strauchbepflanzungen als zusätzliche Biodiversitätsflächen ausgeschieden werden. Durch die Verdichtung im südlichen Teil (Perimeter Gestaltungsplan) muss an dieser Stelle eine wertvolle Frei- und Grünfläche entstehen, die den künftigen Nutzern des ganzen Areals als Ausgleichsfläche zur Verfügung steht.
  • Für die Schaffhauserstrasse ab der Wülflingerstrasse bis zum Abzweiger Brunngasse (wo allenfalls künftig etwa die Tiefgarageneinfahrt sein könnte) ist ernsthaft zu überlegen, ob sie nicht auch für den MIV-Durchgangsverkehr geschlossen werden könnte (Erschliessung des Areals für den MIV von Norden, bzw. von aussen her). Wir schlagen vor, auch eine Teil- oder Ganz-Auffüllung, bzw. Überdeckung des vorderstens Teils bei der Unterführung in Betracht zu ziehen. Dies würde ermöglichen, auch bei diesem Teil des Areals zusätzlichen Freiraum (oder zumindest Platz für niveaufreie Wege zu und von der Brücke über die Wülflingerstrasse) zu gewinnen. Als Rückfallposition könnte die Schaffhauserstrasse auf diesem Abschnitt für den MIV auch im Einbahnverkehr geführt werden.
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November 2020, für die Grünen Winterthur:

Reto Diener, Gemeinderat und Co-Präsident Winterthur
Rychenbergstrasse 348
8404 Winterthur
076 540 90 46