Und danach?

Mi 29.04.20

Noch hält uns der COVID-Lockdown gefangen. Doch was kommt danach? Nutzen wir die Chance für eine andere, (um)weltverträglichere Lebensweise? Die da wäre: Stau weg, Ruhe am Himmel, CO2-Ausstoss runter, Öl-Förderung gedrosselt, Flugzeuge am Boden, Kreuzfahrten auf Eis gelegt. Wie eben jetzt. Die Natur atmet überall auf, wäre das nicht eigentlich Normalzustand? Ja, vielleicht auch etwas weniger Geld in der Tasche. Aber Hand aufs Herz, zum Leben hat es für alle genug, auch weiterhin. Jetzt, wie nie zuvor wird ersichtlich, worauf durchaus "verzichtet" werden könnte.

Nachdenken für später, vielleicht ab Spätsommer: Zurück zum "Rennen im Hamsterrad", ist das wirklich die erstrebenswerte Option? Konsumrausch befriedigen und Ferienträumen nachrennen, das Glück in der Ferne, statt vor der Haustüre suchen? Die Beeinträchtigung im sozialen und öffentlichen Leben, die jetzt noch alles dominiert, wird sich wieder legen. Wir werden wieder ins Restaurant gehen und unsere betagten Mitmenschen besuchen können.

Auf ein Zuhause, genug zu Essen und verdiente Erholung muss auch künftig niemand verzichten. Es geht nicht darum, die Steinzeit wieder zu beleben. Ein Zurückfahren des fossilen Energieverbrauchs sowie des damit zusammenhängenden materiellen Wachstums wäre, angesichts des drohenden Klimakollapses, aber schon angezeigt. Gerade auch für reiche Länder wie die Schweiz, welche eine besondere internationale Verantwortung haben. Was denken Sie?

 

von Reto Diener, Co-Präsident, Gemeinderat