VSR 3 - Mattenbach

Fr 29.07.22

Die Wogen gehen hoch, zur geplanten Veloschnellroute (VSR 3) am Mattenbach. Dabei outen sich auch jene Kreise als Baum- und Klima- und Baumschützer, von denen sonst zu diesem Thema kaum etwas zu lesen oder hören ist. Doch die Sache ist etwas komplizierter: Klimaschutz ist nicht gleich Baumschutz (allenfalls v.a. Stadtklimaschutz), Verkehrspolitik (z.B. mehr Velo, mehr Bus, weniger Auto) ist eben auch Klimapolitik und zur Biodiversität hat man in den zahlreichen, verärgerten Reaktionen nur sehr wenig gesehen. Dabei ist deren Erhalt und damit die Zukunft des Naturraums Mattenbach (inkl. Bäume, aber nicht nur) mindestens genau so wichtig.

Die Grünen haben bei der Mitwirkung eine differenzierte Eingabe gemacht. Sie enthält im wesentlichen diese drei Punkte (Details hier):

  • Wir sind (noch) nicht überzeugt, ob die Routenwahl für die VSR 3 tatsächlich die Beste ist. Dies unter Abwägung der verschiedenen Interessen: Klimaschutz, Velokomfortroute, Biodiversität, Revitalisierung Mattenbach, Fussweganliegen. Leider liegen uns die Kriterien für die aktuelle Entscheidung nicht vor. Wir fordern deshalb eine gründliche Abwägung alternativer Routen für die Velos (insbesondere die Variante Waldeggstrasse). Dabei ist allenfalls in Kauf zu nehmen, dass der Richtplaneintrag für die VSR 3 nochmals geändert werden muss.

  • Wir fordern eine koordinierte Gesamtplanung für den Mattenbach, welche auch die Revitalisierung und Biodiversitätsaspekte beinhaltet.

  • Falls sich die aktuelle Wegführung dennoch als beste Möglichkeit herausstellen sollte, fordern wir weitere Anpassungen der Weglinie so, dass praktisch alle grossen, wirklich stadtklimarelevanten Bäume (z.B. Bild rechts), aber auch viele weitere, erhalten werden können. Die meisten der bestehenden, grossen und wertvollen Exemplare werden mit dem Auflageprojekt bereits geschützt. Der Rest der rund 60 zu entfernend geplanten Bäume sind mittlere bis sehr viele auch kleine Exemplare. Und: Es ist für alle Bäume Ersatz geplant, es sollen sogar noch mehr werden!

Wir sind nun auf den Bericht aus der Mitwirkung gespannt und behalten uns - je nach Resultat - selbstverständlich vor, unsererseits wieder politische Schritte einzuleiten.

 

Reto Diener, Co-Präsident und Stadtparlamentarier